THG Quote 2026: Kommt die Reform wirklich oder sinken die Prämien wieder?
- 2026-03-31

Die derzeit vergleichsweise hohen THG Prämien vermitteln vielen den Eindruck, dass sich der Markt stabilisiert hat. In Wirklichkeit basiert diese Entwicklung vor allem auf Erwartungen. Eine geplante gesetzliche Anpassung soll den Markt neu strukturieren. Genau diese Änderung lässt jedoch aktuell auf sich warten und könnte für die nächsten Monate entscheidend sein.
Worum es bei der geplanten THG Reform geht
Die sogenannte THG Novelle ist eine Anpassung der deutschen Gesetzgebung. Sie dient dazu, eine EU Vorgabe umzusetzen, die unter dem Namen RED III bekannt ist. Für Fahrer von Elektroautos bedeutet das vereinfacht, dass der Markt langfristig stabiler und gerechter werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei wesentliche Punkte.
Bekämpfung von Betrugsfällen
In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Problemen mit fragwürdigen Projekten, vor allem im Ausland. Dadurch sind viele Zertifikate in den Markt gelangt, die keinen echten Beitrag zum Klimaschutz geleistet haben. Das Ergebnis war ein Überangebot, sinkendes Vertrauen und fallende Preise. Die neue Regelung soll genau hier ansetzen und solche Entwicklungen deutlich reduzieren.
Steigende Nachfrage nach Quoten
Gleichzeitig sollen Unternehmen, die fossile Kraftstoffe vertreiben, stärker verpflichtet werden, Emissionen zu senken. Dadurch benötigen sie mehr THG Quoten. Grundsätzlich führt das zu einer steigenden Nachfrage und damit zu höheren Preisen.
Warum die THG Prämien aktuell steigen
Viele beobachten derzeit höhere Auszahlungen und gehen davon aus, dass sich der Markt nachhaltig erholt hat. Das ist jedoch nur teilweise zutreffend. Der Hauptgrund liegt darin, dass der Markt mit der neuen Regelung rechnet. Anbieter agieren zurückhaltender, während Käufer sich frühzeitig Positionen sichern. Dadurch wirkt das Angebot knapper als es tatsächlich ist.
Entscheidend ist, dass die aktuellen Preise nicht auf stabilen Marktbedingungen basieren, sondern auf Erwartungen.
Die Verzögerung als zentrales Problem
Eigentlich war geplant, dass die Gesetzesänderung bereits vor Kurzem im Bundestag beschlossen wird. Vorgesehen waren die zweite und dritte Lesung sowie anschließend die Zustimmung im Bundesrat. Dieser Zeitplan konnte jedoch nicht eingehalten werden. Die nächste reguläre Sitzung des Bundesrats findet erst im Mai statt, wodurch sich die Entscheidung weiter verschiebt.
Das hat eine wichtige Konsequenz. Je später die Reform beschlossen wird, desto höher ist das Risiko, dass sie nicht rückwirkend zum 1 Januar 2026 gilt. Sollte diese Rückwirkung entfallen, würde die Regelung praktisch erst ab 2027 greifen.
Mögliche Gründe für die Verzögerung
Eine offizielle Erklärung gibt es bisher nicht. Innerhalb des Marktes werden jedoch unterschiedliche Einschätzungen diskutiert.
Fachliche Gründe
Einige Beobachter gehen davon aus, dass noch Detailfragen im Gesetz geklärt werden müssen. Dabei geht es unter anderem um konkrete Regelungen und Kontrollmechanismen. Solche Punkte führen bei Gesetzgebungsverfahren häufig zu Verzögerungen.
Politisches Umfeld und Energiepreise
Andere sehen die Ursache eher im politischen Umfeld. Dabei spielen die aktuelle geopolitische Lage und die Entwicklung der Ölpreise eine Rolle.
Die THG Quote verursacht indirekt Kosten für Mineralölunternehmen, die teilweise an Verbraucher weitergegeben werden können. Einige Marktteilnehmer vermuten daher, dass die Entscheidung hinausgezögert wird, um zusätzlichen Druck auf die Kraftstoffpreise zu vermeiden.
Wichtig ist, dass es dafür keine offizielle Bestätigung gibt.
Warum die aktuelle Situation kritisch ist
Mit jeder weiteren Verzögerung steigt die Unsicherheit im Markt. Diese Unsicherheit hat direkte Auswirkungen.
Erwartungen werden instabiler, Marktteilnehmer handeln vorsichtiger und Preise können schneller schwanken. Die aktuell hohen Prämien stehen daher auf keiner stabilen Grundlage.
Szenario 1 Die Reform wird beschlossen
Wenn die THG Novelle in den kommenden Monaten verabschiedet wird, kann sich der Markt stabilisieren. Betrugsfälle werden reduziert und die Nachfrage steigt nachhaltig. Der Markt wird dadurch besser planbar. In diesem Fall könnten die Prämien auf einem höheren Niveau bleiben.
Szenario 2 Die Reform kommt zu spät oder gar nicht
Das stellt das größte Risiko dar. Wenn sich die Entscheidung weiter verzögert oder keine rückwirkende Regelung kommt, kann sich die Lage schnell verändern.
Das Vertrauen im Markt sinkt, Das Angebot an Zertifikaten steigt, Die Preise geraten unter Druck.
Der Grund ist klar. Die grundlegenden Probleme bleiben bestehen. Es gibt zu viele Zertifikate und zu wenig Nachfrage. In diesem Fall wären die aktuellen Prämien nur ein kurzfristiger Effekt.
Was das für die Prämien bedeutet
Ohne eine wirksame Reform ist es wahrscheinlich, dass sich der Markt wieder an den Niveaus der vergangenen Jahre orientiert. Das entspricht etwa 65 bis 130 Euro pro Elektroauto, abhängig vom Anbieter und Zeitpunkt.
Was E-Auto Fahrer jetzt beachten sollten
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die aktuellen Prämien nicht garantiert sind. Sie hängen stark von politischen Entscheidungen ab und können sich schnell verändern. Der Zeitpunkt spielt daher eine größere Rolle als viele vermuten. Hohe Prämien sollten nicht automatisch als neuer Standard gesehen werden.
Fazit
Die geplante THG Reform soll den Markt stabilisieren und Betrug reduzieren. Sie ist der entscheidende Faktor für dauerhaft höhere Prämien. Aktuell verzögert sich jedoch die Umsetzung. Je länger die Entscheidung auf sich warten lässt, desto größer wird das Risiko, dass sich die aktuellen Prämien nicht halten und sich der Markt wieder am bisherigen Niveau orientiert. Die derzeit hohen Auszahlungen sind daher eher eine Momentaufnahme als ein stabiler Trend. Wer aktuell profitieren möchte, sollte nicht davon ausgehen, dass kurzfristig politische Klarheit entsteht.


